Ladungssicherung

Ladungssicherung

Warum ist die Ladungssicherung so wichtig?

Die meisten Gewerbe- und Handwerksbetriebe verfügen zur Verrichtung Ihrer Aufgaben über Kleintransporter und PKW.

Wo ein Berufskraftfahrer für seine Tätigkeit als LKW-Fahrer ausgebildet ist, ist der Handwerker dazu ausgebildet, z.B. als Klempner, Elektriker, Tischler oder einem anderen Handwerksberuf zu arbeiten.
Für Ihn ist sein Transporter nur Mittel zum Zweck und ein notwendiges Werkzeug zur Ausübung seiner beruflichen Aufgaben.

In der Gesetzgebung allerdings gelten dieselben Rechte und Pflichten im Straßenverkehr wie für den Berufskraftfahrer.
Auch die verhängten Strafen und Sanktionen der Kontrollbehörden weichen in keiner Weise von den Strafen der Berufskraftfahrer ab.

Gerade in der Klasse unter 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht ist es elementar wichtig das Ladegut bzw. Werkzeug so zu sichern, dass aus einer statischen keine dynamische Kraft entsteht.
Schließlich sind diese Fahrzeuge nicht auf 80 km/h begrenzt, sondern sind durchaus in der Lage sich mit 160 km/h im Straßenverkehr zu bewegen.

Es wirken daher wesentlich stärkere Kräfte auf Fahrzeug, Material und Fahrer.
50 ungesicherte Kilo haben bei 50 Km/h eine Aufprallwucht von ca. 4,8 Tonnen. Bei 100 km/h jedoch schlagen sie bereits mit fast 20 Tonnen ein. Keine Trennwand ist in der Lage, diese Kraft zu bewältigen.

Durch die Art der Ladung stellen sich im Transporter oft weitere Probleme bei der Ladungssicherung ein. Die Ladung ist oft nicht in einer geeigneten Transportverpackung und wird durch das festziehen der Gurte oft beschädigt oder ist so unhandlich, dass es unter Umständen gar nicht möglich ist mit Gurten zu sichern.

Hier gilt jedoch das Motto: geht nicht, gibt’s nicht. Der Fahrer ist verpflichtet, jede Ladung gegen verrutschen zu sichern. Kann er das nicht, so darf er die Ladung nicht transportieren, ohne Wenn und Aber.

In der Gesetzgebung gibt es viele Paragraphen, die sich mit der Ladungssicherung befassen, die beiden wichtigsten finden wir in der StVO und der
StVZO.

Gesetzliche Grundlage der Ladungssicherung im und am Fahrzeug

§22 StVO:

Die Ladung, einschließlich der Geräte zur Ladungssicherung ist so zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und her rollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten. In der UVV §37 (4) steht, dass Ladung gegen herabfallen und vermeidbaren Lärm zu sichern ist.

§30 StVZO: Regelt die Anforderung an die Beschaffenheit der Fahrzeuge. Verantwortlich: Halter

§ 30 Abs.1 StVZO:

Fahrzeuge müssen so gebaut und ausgerüstet sein, dass

  1. ihr verkehrsüblicher Betrieb niemanden schädigt oder mehr als unvermeidbar gefährdet, behindert oder belästigt.
  2. die Insassen insbesondere bei Unfällen vor Verletzungen möglichst geschützt sind und das Ausmaß und die Folgen von Verletzungen möglichst gering bleiben.

31 StVZO:

legt fest, dass die Verantwortung für den Betrieb der Fahrzeuge bei Halter und Fahrer liegt. Die Fahrzeuge müssen betriebssicher sein, das heißt technisch einwandfrei und alle für den Einsatzzweck notwendigen Ladegut-Sicherungsmittel müssen vorhanden sein. Zudem muss das Fahrzeug verkehrssicher sein dazu gehört auch, dass der Fahrzeugführer in der Lage sein muss die Ladung ausreichend zu sichern. Er muss entsprechend ausgebildet sein.

31 Abs.2 StVZO:

Der Halter darf die Inbetriebnahme nicht anordnen oder zulassen, wenn ihm bekannt ist oder bekannt sein muss, dass die Ladung nicht vorschriftsmäßig gesichert ist, oder dass die Verkehrssicherheit des Fahrzeuges durch die Ladung oder die Besetzung leidet.

1 Mögliche Rechtsfolgen für den Fahrzeugführer, Fahrzeughalter und Verlader

1.1 Routinemäßige Kontrolle

  • Untersagung der Weiterfahrt bis zur ordnungsgemäßen Sicherung der Ladung.
  • Verkehrsordnungswidrigkeitenanzeige mit Bußgeld und bis zu zwei Punkten in Flensburg.

1.2 Verkehrsunfall aufgrund mangelhaft gesicherter Ladung

Wurde Lediglich Sachschaden verursacht:

  • Verkehrsordnungswidrigkeitenanzeige mit Bußgeld und bis zu einem Punkt in Flensburg.

Wurden Personen verletzt oder getötet:

  • Strafanzeige mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe (§ 315b StGB Absatz 1).

Die Verkehrsordnungswidrigkeiten, Bußgelder und Punkte werden in den Fällen von mangelhafter Ladungssicherung meist für alle Beteiligten (Fahrzeugführer, Fahrzeughalter und Verlader) gleichermaßen zur Anzeige gebracht.